Daniel Gonzalo Fischer

Besprechung des Titels: Schering-Lexikon Radiologie
Einzigartige Quelle an radiologischem Vokabular

Obwohl bereits über eineinhalb Dekaden auf dem Markt und aktuell in der dritten Auflage vorliegend, ist das "Schering Lexikon Radiologie" längst nicht jedem Kollegen ein Begriff. Auf gut 400 Seiten haben es sich Verlag und Mitwirkende zur Aufgabe gemacht, das Fach Radiologie anhand der für diese Disziplin relevanten Stichwörter lexikonartig aufzuspalten.

4000 solcher Stichwörter sind es geworden, in denen sowohl die physikalisch-technischen Grundlagen als auch die Untersuchungsverfahren, der therapeutische Einsatz sowie die relevanten Sicherheits- und Rechtsfragen erörtert werden. Ob nun offenkundige Fragestellungen, beispielsweise nach der Bedeutung der Worte "Dosimetrie" oder "B-Bild", grundlegend naturwissenschaftliche Stichwörter wie "Frequenz" oder "Isotone" oder aber speziell radiologische Terminologie wie "Magnevist" oder "HRCT" – hier wird kein klinisch relevantes Stichwort vermisst.

Bei aller notwendigen Komplexität und Umfassendheit eines solchen Lexikons stellt sich naturgemäß die Frage nach der disziplinären Abgrenzung, deren Schwierigkeit spätestens beim Überfliegen von Stichwörtern "Kindesmisshandlung" oder "Atomwaffensperrvertrag" bestätigt wird. In wenigen Worten lässt sich die Intention des Werkes wohl so formulieren: es wurde versucht, möglichst alle erdenklichen Stichwörter aufzunehmen, sowohl die, die im Sprachgebrauch des Faches Radiologie vorkommen, als auch die, die in direkter Verbindung zu naturwissenschaftlichen, technischen oder klinischen Grundlagen der Strahlenkunde stehen. Ob und in wie weit dies im präsentierten Umfang erforderlich oder nützlich ist, sei zunächst dahingestellt.

Tatsache ist, dass mit dem "Schering Lexikon Radiologie" eine einzigartige Quelle an radiologischem Vokabular vorliegt, die in Bezug auf das Fach über den Rahmen des Pschyrembel hinausgeht, andererseits aber auch relevante klinische und naturwissenschaftliche Grundlagenstichwörter enthält. Das eine oder andere Stichwort mag deplatziert erscheinen, doch ob dies die durchaus interessante Intention des Lexikons beeinträchtigt, möge jeder selbst beurteilen. ...

MEDIBOOK,  Ausgabe 20, Okt. 2007



> Übersicht Rezensionen
> zurück
> Impressum