S. Evers, Münster

Besprechung des Titels: Harrisons Neurologie
Harrisons Neurologie

Der "Harrison" ist weltweit seit 1950 eines der Standardwerke der inneren Medizin und inzwischen in der 18. Auflage erschienen. In den USA wurden die Fächer Neurologie und Psychiatrie immer schon mit im "Harrison" integriert. Erst bei der 17. Auflage wurde die Neurologie als eigenständiger Sonderband herausgegeben und hat im englischsprachigen Raum eine weite Verbreitung gefunden. Daher ist es ein sinnvoller Ansatz, den "Harrison" Neurologie auch in einer deutschsprachigen Fassung erscheinen zu lassen.

Ein Herausgebergremium zusammen mit Autoren, die überwiegend an der Charité in Berlin arbeiten, hat die amerikanische Ausgabe übersetzt und den deutschen Verhältnissen angepasst. Teilweise ist die amerikanische Ausgabe auch erweitert (und ansatzweise auch korrigiert) worden. Daraus ist ein deutschsprachiges neurologisches Lehrbuch entstanden, das in Umfang und Niveau über den Facharztstandard hinausgeht und somit ein ideales Lehrbuch für den klinisch tätigen Neurologen darstellt. Viele neuroradiologische Abbildungen und sehr gute Tabellen ergänzen den Text, der zudem gut didaktisch gegliedert ist.

Die deutschen Änderungen gegenüber dem Originaltext sind kenntlich gemacht worden, sodass man gut vergleichen kann. Einige Kapitel (vor allem Schmerz und Schlaf) sind umfassend überarbeitet worden, die meisten jedoch nur behutsam. Die Skepsis, dass das Buch für die deutsche Neurologie nicht geeignet sein soll, ist aufgrund der geschickten Vorgehensweise der Herausgeber unangebracht. Insgesamt ist diesem Lehrbuch eine weite Verbreitung zu wünschen.

Nervenheilkunde,  7-8/2012



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